Wussten Sie, dass der Geburtsort des SV Hansa Friesoythe, nimmt man es genau, eigentlich Mehrenkamp gewesen ist? Oder hatten Sie eine Ahnung, dass die Vereinsfarben des SV Hansa ursprünglich Rot-Weiß waren? Nein? Zum 90-jährigen Jubiläum soll die Geschichte des Vereins genauer betrachten werden.

Der Chronist hat es allerdings nicht ganz einfach, da die schriftlichen Unterlagen aus dieser Zeit, wie Gründungsniederschriften, Vereinsprotokolle, Spielberichte, Zeitungsartikel, Urkunden sowie Plaketten und Pokale bei der verheerenden Zerstörung der Stadt Friesoythe im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind.

Ganz eng ist der SV Hansa Friesoythe mit dem Namen Ernst Möller verbunden. Den gebürtigen Wilhelmshavener hatte es nach dem Ersten Weltkrieg, wie viele Sportfreunde aus anderen Heimatorten, beruflich nach Friesoythe verschlagen.

Nur ein alter Barren und verschossene Kokosmatte

Zu dieser Zeit fand in der Hansestadt so gut wie kein sportliches Leben statt. Es fehlten eine Turnhalle, Geräte, Spielmaterial und auch eine Badeanstalt gab es nicht. Hier und da traf sich zumindest eine kleine Turngemeinschaft in Tiedekens Saal (später Stadtschänke Coldehoff), weil hier ein alter Barren und eine verschossene Kokosmatte vorhanden waren.

Fortschrittlich waren die Mehrenkamper, die bereits 1924 Sportfeste veranstalteten. Auf einem dieser Feste entstand schließlich 1927 die Idee, in Friesoythe einen Sportverein zu gründen.

Ernst Möller, hauptberuflich Sportberichterstatter und Inhaber der Schiedsrichterlizenz, lud im Frühsommer 1927 zur Gründungsversammlung ein. Der Sportverein Friesoythe (SVF) war geboren. Als Vereinslokal wurde das Hotel Krose bestimmt, als Vereinsfarben wählt man Rot-Weiß, in Anlehnung an den zu der Zeit so erfolgreichen SV Hamburg. Fußball, so beschloss der neue Vorstand, sollte im Vordergrund stehen. Andere Sportarten waren jedoch ebenfalls willkommen. Zum ersten Vorstand des neuen Friesoyther Vereins gehörten Ernst Möller als Vorsitzender, Heinrich Wreesmann (Schriftführer), Schuhmacher Lübbe (Kassierer/Geräte- und Ballwart) sowie Willy Knelangen (Spielausschussleiter).

Per Bahn oder Fahrrad zu Pflichtspielen

Ihr sportliches Zuhause fanden die SVer zunächst auf der Schützenwiese. Tore fürs Fußballspiel wurden selbst gefertigt, Bälle wurden aus gesammelten Groschen gekauft. Der Spielbetrieb wuchs. Per Bahn, oft genug aber auch per Fahrrad oder später per Planen-Lastwagen ging es zu Freundschafts- oder Pflichtspielen nach Cloppenburg oder Ocholt.

„Später, als es uns langsam besser ging, charterten wir dann auch für größere und vor allem entferntere Spiele das Postauto, wobei es Ehrensache war, dass jeder Spieler seine Fahrt selbst bezahlte. Wer das Fahrtgeld wirklich nicht hatte, wurde mit durchgezogen.“, erinnert sich Ernst Möller. Sponsoring war damals ein Fremdwort. Sportkleidung besorgte sich jeder selbst, Schuhe wurden oft von einer zur anderen Mannschaft getauscht.

Auf der wöchentlichen Spielausschusssitzung wurden im Vereinslokal per Telefon die nächsten Spiele vereinbart. Besonders Spielausschussleiter Willy Knelangen war dem gesamten Spielbetrieb eine große Stütze.

Zur Freude alle Mitglieder pachtete der Verein 1931/32 ein Grundstück auf dem Burkamp (gegenüber dem Grundstück Liebsch/Deeken), so dass nun bessere Spielbedingungen gegeben waren. Auf dem Schützenplatz war es eng geworden, weil die konkurrierende DJK Friesoyther – ein kirchlich geförderter Verein, der ebenfalls Ende der 20er Jahre entstanden war – hier trainierte.

Fusion zwischen SV und DJK zum TSV Friesoythe

Anfang der 30er Jahre landeten die SVF-Fußballer beachtliche Erfolge. Vor allem ein nach Friesoythe versetzter Polizeibeamter namens Georg Schreiber beeinflusste die Friesoyther Mannschaft sehr positiv. Er war als Spieler und Trainer aktiv. Da sich in Nachbargemeinden wie Sedelsberg, Edewecht oder Scharrel weitere Vereine gegründet hatten, kamen immer mehr Spiele zustande.

Mit Beginn der Nazizeit war auch der Friesoyther Spielbetrieb von gravierenden Veränderungen betroffen. Nachdem durch die sogenannte „Führerverordnung“ die DJK aufgelöst wurde, gelang es Ernst Möller, diesen Friesoyther in den SV Friesoyther eingehen zu lassen. Auf einer gemeinsamen Versammlung beider Vereine ging diese Fusion vonstatten, wobei sich der neue Verein den Namen TSV Friesoythe (Turn- und Sportverein) gab. Die grün-weiße Vereinstracht der ehemaligen DJK wurde für den neuen Verein übernommen.

In der neu entstandenen Turnhalle am Hansaplatz, die vor allem als Stadthalle fungierte, entwickelte sich auch ein Turnbetrieb, maßgeblich unterstützt von Lehrer Klassen. Trotz der schweren politischen Zeit verloren die Friesoyther nicht ihren Humor. In einem Fußballspiel „Schornsteinfeger gegen Bäcker“ liefen die beiden Teams in Originalkleidung auf. Schiedsrichter Mecking (Vehnemoor) sorgte für Erheiterung, als er mit einem Wecker um den Hals, gedacht als Stoppuhr, auflief.

Zweiter Weltkrieg legte Sportleben in Friesoythe lahm

Auch Leichtathletik gehörte mittlerweile zum Angebot des TSV Friesoyther. Spannende Staffelrennen und ein 100m-Lauf der weltweit bekannte Sprinter Jonath und Lammers auf dem Burkamp sorgten über Friesoythe hinaus für Gesprächsstoff. In der Turnhalle hatte sich eine Damengymnastik-Riege ausgebildet, geleitet von der Ehefrau Ernst Möllers.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde in Friesoyther das Sportleben lahmgelegt. „Schließlich mussten auch wie Älteren kapitulieren“, schreibt Ernst Möller. „Alles, was zu verwenden war, wurde Soldat, auch ich.“

Nach dem Ende des Krieges war es wieder Ernst Möller, verhältnismäßig gesund nach Hause gekommen, der dem Sportverein Friesoyther wieder auf die Beine half. Gemeinsam mit vielen Helfern – der Zusammenhalt war sehr groß – organisierte er Sportkleidung, Geräte, Bälle und vieles mehr. In der Gastwirtschaft „Onkel Heini“ am Grünen Hof kam es 1946 zum Wiedererwachen des Vereins. 
Verein zwischen Höhen und Tiefen - Die Zeit von 1946 bis 1977 Am 3. März 1946 fand durch die Einberufung des Gemeindesportausschusses mit den Mitgliedern Ernst Möller, Heinz Stuke und Heinrich Meerjans in der Gastwirtschaft Hüffer am grünen Hof die Wiedergründung des Sportvereins Friesoythe statt. Anwesend waren Bürgermeister Wreesmann sowie weitere 80 Interessierte.

Der Verein erhielt den Namen Sportverein Friesoythe mit den Vereinsfarben Grün-Weiß. Der Mitgliedsbeitrag belief sich auf 25 Rpfg. Gespielt wurde auf dem neuen Markplatz, an der Bahn am Scheefenkamp, wo 1950 die Berufsschule gebaut wurde.

Schon damals wurde angeregt, in der Bevölkerung fördernde Mitglieder zu werben, um Trainingsmaterial und Bälle anschaffen zu können. Zum Vorsitzenden wurde erneut Ernst Möller gewählt. Schon am 15. Juli 1946 fand die erste Mitgliederversammlung mit 30 Teilnehmern statt. Auf dieser Versammlung wurde der bisherige 2.Vorsitzende Willy Knelangen zum 1.Vorsitzenden gewählt. Hier wurde auch festgelegt, dass es einen Spielausschuss mit einem Vorsitzenden geben müsse, der den gesamten Spielbetrieb im Fußballbereich leiten sollte.

Erneute Rückkehr auf den Schützenplatz

Es existierten schon die Abteilungen Fußball, Handball unter der Leitung von Erich Voos und eine Frauenabteilung unter der Regie von Frl. Verführt und der Sportwartin Margarethe Wewer. Der Verein hatte bereits etwa 200 Mitglieder.

Am 26. September 1946 fand dann die nächste Generalversammlung in der Jugendherberge in Friesoythe statt. Zwei gewählte Kassenprüfer kontrollierten zum ersten Mal die Kasse. Die 1. Fußballmannschaft wurde der Kreisliga zugeteilt, die 2. Fußballmannschaft der 1. Kreisklasse. Es gab Probleme mit der Anschaffung von Bällen, Trikots und der Platzfrage. Der Schützenplatz wurde wieder Fußballplatz. Am 5. Mai 1947 fand erneut eine Generalversammlung im Vereinslokal Hüffer statt. Dort wurde Heinz Stuke zum Vorsitzenden gewählt. Verschiedene Posten waren zu verteilen, wie Jugendwart, Gerätewart, Sportwart Fußball Herren und Sportwart Fußball Jugend. Es kam auch eine Leichtathletikabteilung unter der Leitung von Anton Pancratz hinzu.

Auf dieser historischen Versammlung wurde auf Antrag des Sportkameraden Drollshagen beschlossen, den Namen des Sportvereins in "Sportverein Hansa Friesoythe" umzubenennen. Schwierigkeiten gab es bei der Beschaffung einheitlicher Sportkleidung, die Spieler in Friesoythe waren die einzigen Spieler im Kreis, die mit verschiedenfarbigen Trikots auf dem Platz erschienen.

1949 erstmals Tischtennis im Angebot

Auf der Mitgliederversammlung im Februar 1948 wurde der Antrag gestellt, dass jeder Verein im Kreis ein "Opferspiel" für den Wiederaufbau der Stadt Friesoythe austragen sollte. Auf dieser Versammlung gründeten die Mitglieder eine Schiedsrichtervereinigung zur Aus- und Weiterbildung von Schiedsrichtern. Es fanden sogar Überlegungen statt, innerhalb des Vereins eine Theatergruppe aufzubauen, um so Geld für die Beschaffung von Geräten zu bekommen. 1949 kam die Abteilung Tischtennis unter der Leitung von Heinrich Hanneken hinzu. Diese Abteilung wurde 1951 von Josef Wewer übernommen. Die Handballabteilung ruhte zu dieser Zeit.

Am 18. Mai 1952 veranstaltete der SV Hansa zum ersten Mal ein Sportfest mit Verlosung. Diese Sportfeste wurden später alljährlich wiederholt. Am 26. November 1952 veranstaltete der Vorstand erstmalig auch ein Winterfest (Sportlerball) in der Stadthalle. Am 15. Juni 1952 wurde das 25-jährige Vereinsjubiläum gebührend gefeiert.

Im Protokoll der Mitgliederversammlung vom 28. April 1952 befindet sich eine wichtige Bemerkung: "vom Spkm. Konnering angeschnitten, dass die Spieler durch die Zuschauer einen Rückhalt haben müssen und darum muss der Verein einen einheitlichen Schlachtruf haben, es wurde vorgeschlagen durch Spkm. Konnering: "Hansa vor, noch ein Tor". Diese Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Auch wurde im September 1952 der Pachtvertrag mit der Ww. Wewer (Gastwirt W. Wewer, Schützenhof) für den neuen Sportplatz an der Thüler Straße unterschrieben.

Auf einer Generalversammlung des "VFL Friesoythe" vom 24. März 1952 diskutierten die Mitglieder der Vereine über die Grundlagen für einen eventuellen Zusammenschluss des SV Hansa Friesoythe und des SV Mehrenkamp. Dieser Zusammenschluss wurde aber nicht umgesetzt.

Die weitere geschichtliche Entwcklung wird demnächst auf hansafriesoythe.de veröffentlicht!

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